Warum gehen Menschen pilgern?

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3 Diskussionsbeiträge zu “Warum gehen Menschen pilgern?”

  1. Ich selbst war im März auf dem Jakobsweg pilgern genauer auf dem Caminho Portugues also der Strecke von Porto nach Santiago. In Santiago muss man angeben, aus welchen Gründen man den gepilgert ist. Aus religiösen, spirituellen oder sportlichen Gründen.
    Für mich stand in erster Linie die Gemeinschaft mit meinen drei Freunden im Mittelpunkt, ich habe mich daher für Spirituell entschieden. Gemeinsam den ganzen Tag wandern, Probleme durchstehen aufeinander warten, sich auf den anderen einlassen ist eine Herausforderung.
    Letzte Woche habe ich mich mit einem polnischen Priester unterhalten, der den Weg gelaufen ist, mehrmals täglich gebetet hat und viel in der Bibel gelesen hat. Für ihn ging es um eine religiöse Erfahrung und vorallem die Nähe zu Gott.
    Eine portugiesische Familie auf dem Weg war mit ihrem Baby unterwegs. Sie hatten gar nicht Santiago als Ziel sondern liefen nur bis zur portugisisch-spanischen Grenze. Es war Teil ihres Urlaubs.
    So hat jeder seine eigenen Gründe warum er es tut.
    Bei einem bin ich mir aber sicher: Wenn du den Wunsch verspürst, mal pilgern zu gehen, probier es aus. Ohne große Erwartung geht es ganz einfach und was wichtig ist merkt man auf dem Weg von alleine. Und den Caminho Portugues kann ich sehr empfehlen.

  2. Ebenso wie der Wissenschaftler war ich auch schon auf dem Jakobsweg pilgern, jedoch auf dem Camino frances, der „üblichen“ Route. Wie man sich vielleicht denken kann, war mein Beweggrund auch kein religiöser. Ich hatte damals Lust auf einen etwas anderen Urlaub mit meiner besten Freundin und eines Abends bei einem Wein redeten wir darüber, dass wir doch zum Jakobsweg fahren könnten. Erst als Witz gemeint, wurde die Idee doch immer interessanter, sodass wir uns doch hinreißen ließen. Es wäre gelogen zu behaupten, dass man dort nur gute Erfahrungen sammelt, aber man hat die Möglichkeit, sich selbst neu kennenzulernen.
    Spontan fällt mir wirklich kein Grund ein, weshalb man diesen Schritt nicht wagen sollte!

  3. Anders als die atheistin und der wissenschaftler bin ich selbst noch nicht den Jakobsweg gelaufen, obwohl ich seit Jahre das Bedürfnis verspüre, nach Santiago zu pilgern. In meinem Freundeskreis sind in den letzten Jahren auch einige den Weg gegangen, doch mehr aus Neugier und Abenteuerlust, statt religiösen Gründen (die sie bestimmt auch hatten, aber nicht in erster Linie).
    In der Frage steht „pilgern“ und nicht laufen oder gehen. Das macht für mich den Unterschied! Ich pilgere aus religiösen oder spirituellen gründen, um Gott näher zu kommen (wie der polnische Priester des wissenschaftlers) oder mich selber und damit Gott zu erfahren. Und wenn ich auf diese spirituellen und religiösen Erfahrungen nicht achte, dann laufe oder gehe ich diesen Weg.

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