Warum gehen die Kirchenmitgliederzahlen zurück?

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Wie kann Kirche wieder authentisch reden und gehört werden?

2 Diskussionsbeiträge zu “Warum gehen die Kirchenmitgliederzahlen zurück?”

  1. Ich sehe den Bedarf in dieser Frage zu differenzieren. Tatsächlich ist die Anzahl der Mitglieder in der katholischen und evangelischen Landeskirche in Deutschland rückläufig. Über die Zahlen in anderen Kontinenten, z.B. Afrika und Südamerika habe ich anderes gehört. Gerade die katholische Kirche wächst dort eher. Aber auch in der häufig so genannten „westlichen Welt“ gibt es ein solches Phänomen. Gerade freie Gemeinden erhalten in den USA viel Zulauf und wachsen.
    Die Frage nach dem Warum beschäftigt aus meiner Sicht viele Leute und mir ist bisher keine einfache Antwort begegnet.
    Ein Teil besteht bestimmt daraus, dass es heute ein deutlich diverseres Angebot an Freizeitgestalltung gibt, die beispielsweise mit der Jugendstunde in der Gemeinde in Konkurenz treten.
    Aber das ist nur ein kleiner Teil der vielen Möglichkeiten. Bestimmt tragen auch der kritische Umgang mit Homosexualität und wiederverheirateten Geschiedenen seitens der Kirche, die steigende mediale Aufmerksamkeit bei „Skandalen“ (z.B. die Verwendung von Kirchengeldern im Bistum Limburg) oder die mangelnde Fähigkeit, Fragen der Menschen angemessen zu beantworten ihren Teil dazu bei.
    Aber in einem bin ich mir sicher, auf einen konkreten Grund lässt es sich sicher nicht zurückführen.

  2. Die Gründe für einen Kirchenaustritt sind denk ich sehr individuell und verschieden. Viele -sogar gläubige- Menschen fühlen sich unter Umständen „entfremdet“ von der Kirche. Der Umgang mit Verhütung, Homosexuellen und Wiederverheirateten Geschiednen, das Verständnis von Sünde könnne zum Beispiel Themen sein, an denen sich einige nicht mehr mit der Haltung der Kirche identifizieren können. Auch der Skandal um sexualisierte Gewalt die von Priestern an Kindern ausgeübt wurde, war für einige Menschen der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Die Kirche sieht sich selbst als erste moralische Instanz und gleichzeitig passieren diese furchtbaren Dinge innerhalb der Kirche. Das macht unglaubwürdig.

    In Deutschland haben wir zudem dass Modell der Kirchensteuer- Viele die sich eh nicht mehr mit der Kirche identifizieren können, aber noch Mitglied sind sagen ab dem Punkt, wo sie die Kirche auch finanziell unterstützen- Nein hier mach ich nicht mehr mit.

    Ein Lösungsansatz um die Kirche wieder attraktiver zu gestalten ist meiner Meinung nach, sie demokratischer zu gestalten. Die Mitglieder- damit meine ich alle Mitglieder- sollten in wichtige Prozesse mit eingebunden werden. Der Basis mehr Macht geben und ihre Stimmen hören- darauf die Moral und grundlegende Ausrichtungen aufbauen- das wäre doch mal ein spannendes Experiement. Klar wäre es nicht einfach zu verwirklichen. Gerad weil die katholische Kirche eine Weltkirche ist und die Themen und Problemlagen regional stark variieren . Aber ich denke trotzdem Teilhabe und Mitbestimmung könnte den Glauben wieder richtig lebendig machen.

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