Macht Kirche/Religion nicht eher krank?

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3 Diskussionsbeiträge zu “Macht Kirche/Religion nicht eher krank?”

  1. Ich würde behaupten, dass Religion vielleicht eher sogar gesund machen kann?
    Wenn man Zeit in Gemeinschaft verbringt – egal vor welchem Hintergrund: Sport, Kirche, Singgruppe – dann macht das Menschen eher glücklich. Wenn man sich nicht mit dem, wofür die Kirche/die Religion steht, nicht identifizieren kann (und ich denke, dass darauf die Frage abzielt), dann kann es aber auch zu Unmut, einem Unwohlsein oder seelischer Krankheit kommen.
    Nur was kann man dann machen?
    Vielleicht erstmal das Gespräch mit Freunden, der Familie, einem Priester meines Vertrauens suchen. Manchmal beruht ja der „Missmut“ nur auf einer Auslegungssache?

  2. Ich denke, dass Religion auch immer einen analytischen Wert für die Gesellschaft hat, neben aller theologischen Bedeutung. Religion kann helfen die Erfahrung von Leid und Tod zu kompensieren und Menschen in der Verlassenheit einen Weg aufzeigen. Auch schafft Religion eine Möglichkeit der Integration. Religion verbindet den Einzelnen mit einer Deutungsgemeinschaft.
    Diese beiden Funktionen sollen jetzt aber nicht den theologischen Wert revidieren.

  3. Ich glaube – und da schließe ich mich der Atheistin an -, dass Religion in ihrem ursprünglichen Sinn eher eine ‚gesundende‘ Wirkung hat, weil sie in der Lage ist, den Menschen in seiner eigenen existentiellen Situation, also mit allen Sorgen und Ängsten, die er hat, abzuholen. Der Mensch kann dann – im Idealfall! – mittels der Religion befähigt werden, sich in ein Verhältnis zu dieser Situation zu setzen und sich dazu zu verhalten.
    Das ist aber der Idealfall. Die Frage ist: kann Religion im Allgemeinen und Kirche im Speziellen, wenn sie auf Fragen des Glaubens und der Moral allgemeinverbindliche Antworten anbietet, jeden einzelnen, individuellen Menschen in seiner existentiellen Situation abholen? Ich kann sehr wohl nachvollziehen, dass man dies anzweifelt…

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