Ist unsere Gesellschaft „übersexualisiert“?

Diskussion zu “Ist unsere Gesellschaft „übersexualisiert“?”

  1. Die Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Weil der Blick auf Sexualität (im Allgemeinen) sehr individuell ist, wird wahrscheinlich auch diese Frage individuell sehr unterschiedlich beantwortet werden.
    Tatsache ist, dass unsere Gesellschaft heute mit Sexualität deutlich entspannter umgeht als noch vor 60 Jahren – Gott sei Dank! Natürlich bedeutet das, dass heute u. a. halbnackte Frauen und Männer von Plakaten grüßen können – und dass wir uns hier darüber unterhalten, wie wir so etwas finden.
    Aber es bedeutet noch so viel mehr: Heute wird wahrgenommen und (mehr oder minder) offen darüber diskutiert, warum Frauen bei gleicher Arbeit deutlich weniger Geld verdienen als Männer. Seit einigen Jahren gibt es eine Quote, die dafür sorgt, dass in Vorständen großer Firmen vermehrt Frauen vertreten sind. Erst in der vergangenen Woche hat der Bundestag eine Verschärfung des Sexualstrafrechts beschlossen, die Frauen zukünftig besser vor Übergriffen oder Vergewaltigungen schützen soll. Diese LIste ließe sich natürlich noch deutlich erweitern, aber die Zahl der Beispiele reicht an dieser Stelle wohl aus.

    Worauf ich hinaus will: Wir sind heute definitiv stärker für die unterschiedlichen Dimensionen von Sexualität sensibilisiert, als noch vor 50 oder 60 Jahren. Und das macht unsere Gesellschaft im ganzen ein Stück besser, weil gerechter. Von daher: Die Entwicklung, die sich in unserer Gesellschaft vollzogen hat, ist eine gute; gleichwohl ist sie noch lange nicht an ihrem Ende angekommen.

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